Peptidqualität: wie wir Reinheit und Identität prüfen
Zwei Fragen entscheiden über die Verwertbarkeit eines Referenzpeptids: Ist die Substanz rein, und ist sie tatsächlich die deklarierte? Diese Seite beschreibt, mit welchen Verfahren wir beide Fragen je Charge beantworten.
HPLC — Reinheitsanalyse
Die Hochleistungsflüssigkeitschromatographie trennt eine Probe in ihre Bestandteile auf. Jede Komponente durchläuft die Trennsäule unterschiedlich schnell und erscheint im Chromatogramm als eigener Peak. Aus dem Flächenverhältnis der Peaks ergibt sich, welcher Anteil der Probe auf die Zielsubstanz entfällt und wie viel auf Nebenprodukte der Synthese oder Abbauprodukte.
Für die Forschungspraxis ist das entscheidend: Verunreinigungen aus der Peptidsynthese sind strukturell oft eng verwandt mit der Zielsubstanz. Ohne chromatographische Trennung bleiben sie unsichtbar und gehen als Störgröße in jedes Experiment ein.
LC-MS — Identitätsprüfung
Die Flüssigchromatographie mit Massenspektrometrie koppelt die Trennung mit einer Massenbestimmung. Gemessen wird das Masse-zu-Ladung-Verhältnis der Moleküle und daraus die Molekülmasse. Stimmt die gemessene Masse mit der aus der Aminosäuresequenz berechneten Masse überein, ist die Identität der Substanz bestätigt.
Eine reine HPLC-Analyse kann diese Frage nicht beantworten: Sie zeigt, dass eine Probe einheitlich ist, aber nicht, welche Substanz vorliegt. Erst beide Verfahren zusammen ergeben ein belastbares Bild.
Das Analysezertifikat (CoA)
Ein Certificate of Analysis ist kein Marketingdokument, sondern das Protokoll einer durchgeführten Prüfung.
Stabilität und Lagerung
Peptide werden als lyophilisiertes Pulver geliefert. In dieser Form sind sie deutlich stabiler als in Lösung und beim Versand unempfindlich gegenüber kurzzeitiger Wärme. Für die langfristige Lagerung gilt: kühl, trocken und lichtgeschützt, idealerweise bei -20 °C.
Nach der Rekonstitution mit bakteriostatischem Wasser sinkt die Stabilität deutlich. Die Lösung wird gekühlt bei 2–8 °C gelagert und wiederholtes Einfrieren und Auftauen vermieden. Die resultierende Konzentration lässt sich mit dem Peptid-Rechner bestimmen.